Finanzierung: Fachbegriffe

Annuitätische Tilgung

Bei dieser Variante wird für die Rückzahlung des Darlehens normalerweise eine Tilgung von jährlich 1 bis 2% vom Darlehensbetrag zuzüglich "ersparter Zinsen" vereinbart. Sie zahlen für die gesamte Dauer des Zinsbindungszeitraumes eine gleich bleibende Jahresleistung, genannt Annuität, üblicherweise in monatlichen Raten.

Aus jeder Rate werden zunächst die Zinsen für den jeweils laufenden Kalendermonat abgedeckt (Zinsanteil) und der verbleibende Teil der Rate wird zur Tilgung verwendet (Tilgungsanteil). Dieser Tilgungsanteil erhöht sich also von Monat zu Monat in dem Maße, wie sich der Zinsanteil durch die fortschreitende Tilgung des Darlehens ermäßigt. Daher kommt der Begriff "ersparte Zinsen".

Auszahlungsbetrag

Der Auszahlungsbetrag ist der Betrag, den Sie tatsächlich erhalten. Konkret ist dies der Darlehensbetrag abzüglich Damnum, Schätzkosten und ggf. vereinbarten Bearbeitungskosten usw.

Bereitstellungszinsen

Bereitstellungszinsen werden ab einem vereinbarten Zeitpunkt für den nicht ausgezahlten Darlehensbetrag bis zu dessen Vollauszahlung berechnet. Sie sind das Entgelt dafür, dass die Bank Ihnen Ihr Darlehen zu garantierten Konditionen bereitstellt, aber noch nicht auszahlen kann, weil noch nicht sämtliche Auszahlungsvoraussetzungen erfüllt sind oder Sie Ihr Darlehen noch nicht abgerufen haben.

Damnum

Das Damnum (Disagio) stellt wirtschaftlich eine Zinsvorauszahlung dar. Es wird spätestens bei Auszahlung fällig und deshalb vom Darlehensbetrag einbehalten. Das Darlehen wird also nicht in voller Höhe (zu 100%) ausgezahlt, sondern beispielsweise bei einem Damnum von 5% nur zu 95%. Im Gegenzug erhalten Sie einen niedrigeren Nominalzins.

Darlehensbetrag

Der Darlehensbetrag - auch Darlehensnennbetrag oder Nominalbetrag genannt - ist der Kapitalbetrag, der zu verzinsen und von Ihnen zurückzuzahlen ist.

Effektivzins

Der Effektivzins hat allgemein zum Ziel, unterschiedliche Kreditangebote mit gleicher Laufzeit bzw. gleichem Zinsbindungszeitraum vergleichbar zu machen. Seine Angabe richtet sich nach der Preisangabenverordnung (PAngV) und berücksichtigt insbesondere den Nominalzins, die Bearbeitungskosten, das Damnum und die vereinbarte Zahlungsfälligkeit.

Werden die Konditionen für die gesamte Laufzeit des Darlehens festgeschrieben, spricht man vom "effektiven Jahreszins". Bei den üblichen Darlehen mit Konditionenanpassung für den jeweiligen Zinsbindungszeitraum spricht man vom "anfänglichen effektiven Jahreszins".

Endfällige Tilgung

Je nach Situation kann es sinnvoll sein, die Tilgung gegen Abtretung der Ansprüche aus einer Lebens- oder Rentenversicherung, einem Bausparvertrag oder einem Fondssparvertrag auszusetzen. Die Leistungen hierfür sparen Sie gesondert an. Bei dieser Regelung zahlen Sie für die Dauer der Tilgungsaussetzung an die Bank nur die vereinbarten Zinsen und daneben an den Lebensversicherer, die Bausparkasse oder an sonstige Vertragspartner (z.B. eine Kapitalanlagegesellschaft) die vereinbarten Beträge. Am Ende seiner Laufzeit wird das Darlehen dann in Höhe der Ablaufleistung, also der Zahlung aus der Versicherung, dem Bausparvertrag oder dem Investmentsparvertrag, getilgt ("Tilgungsersatz").

Diese Variante kann insbesondere bei niedrigen Kreditzinsen oder auch bei vermieteten Immobilien interessant sein. Genauere Auskünfte hierzu erhalten Sie bei Ihrem Steuerberater oder auch bei uns.

EURIBOR

EURIBOR = Euro Interbank Offered Rate - Zinssatz aus dem europäischen Bankenhandel. Der 3-Monats-EURIBOR-Satz ist die Basis für die Zinsgestaltung bei den variablen Zinsen vieler Kreditgeber. Die Zinsneufestlegungen erfolgen dann jeweils zu Beginn eines neuen Quartals. Ihr Nominalzinssatz wird der Entwicklung des 3-Monats-EURIBOR-Satzes angepasst.

Festzins

Üblicherweise werden Festzinsvereinbarungen nicht für die gesamte Darlehenslaufzeit (die bei der regelmäßigen Anfangstilgung von 1% über 30 Jahre betragen kann), sondern für einen kürzeren Zeitraum getroffen. Das heißt, die Konditionen werden für einen bestimmten Zeitraum Ihrer Wahl festgeschrieben und bleiben für diese Zeit unverändert.

Man nennt diesen Zeitraum "Zinsbindungszeitraum" ,auch "Zinsfestschreibung" oder "Festzinsperiode". Am Ende einer Festzinsperiode werden die Konditionen des Darlehens jeweils neu vereinbart (Zins-Anpassung). Sie können zwar das Darlehen vor Ablauf der Festzinsperiode grundsätzlich nicht kündigen, aber dafür haben Sie den Vorteil, dass Sie während dieser Zeit vor einem Zinsanstieg geschützt sind.

Nominalzins

Der Nominalzins ist der Zinssatz, nach dem sich die tatsächliche Zinszahlung richtet. Für die Dauer der Zinsbindung können Sie zwischen verschiedenen Nominalzinssätzen und Auszahlungssätzen wählen. Wird ein Damnum vereinbart, verringern sich Nominalzins und Auszahlungsbetrag.

Sondertilgung

Sie erhalten das Recht, bestimmte Teile des Darlehens (entweder ein Festbetrag oder ein prozentualer Betrag vom Darlehen) einmal jährlich zusätzlich zu tilgen.

Bei den meisten unserer Kreditgeber wird Ihnen jährlich ein Sondertilgungsrecht in Höhe von 5 Prozent der Darlehenssumme eingeräumt.

Variabler Zins mit und ohne Zinscap (Zinsobergrenze)

Wenn Sie mit Ihrem Darlehen flexibler agieren möchten, können Sie mit dem Kreditgeber auch einen variablen Zins vereinbaren. Dann wird der Zinssatz in der Regel in dreimonatlichen Abständen an die Entwicklung des Geldmarktes angepasst.

Vorteil: Mit einer Frist von drei Monaten können Sie den Darlehensvertrag jederzeit zur Rückzahlung kündigen oder auf eine Festzinsvereinbarung umsteigen.

Durch die Vereinbarung einer Zinsobergrenze können Sie sich absichern (Zinscap). Hierfür wird zu Vertragsbeginn eine einmalige Prämie fällig.

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